Begleitforschung

Evaluation:

Begleitforschung

Neben den vorgestellten Projekten zur Entwicklung und Implementierung neuer Produkte und Prozesse ist es die Aufgabe der Begleitforschung diesen Prozess aus sozialwissenschaftlicher und gesundheitsökonomischer Perspektive zu begleiten. Dabei ist es das Ziel des gesundheitsökonomischen Querschnittsprojekts versorgungs- und gesundheitspolitisch relevante Kostenaspekte zu ermitteln und zu analysieren.

Gegenstand der sozialwissenschaftlichen Begleitforschung ist es zudem, Voraussetzungen, Implementationsbarrieren und Prozesse des sozialen Wandels durch die Nutzung neuartiger Techniksysteme zu betrachten. Analysiert werden soll einerseits, wie spezifische Patientengruppen (bildungsnah / bildungsfern, Menschen mit Migrationshintergrund, männlich / weiblich) auf die Einführung der persönlichen elektronischen Patientenakte (PEPA) reagieren und welche Handlungsvoraussetzungen für eine erfolgreiche Umsetzung (Steigerung der Patientenautonomie) bestimmt werden können.

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Uwe Bittlingmayer
Pädagogische Hochschule Freiburg
Institut für Soziologie

uwe.bittlingmayer@ph-freiburg.de

Sozialwissenschaftliche Begleitforschung (E1)

Das Projekt E1 umfasst die sozialwissenschaftliche Begleitforschung der Gesundheitsregion. Auf der Grundlage quantitativer und qualitativer Methoden werden die Implementations-barrieren herausgearbeitet, die beim Einsatz der PEPA entstehen. Ferner werden Transformationsbedingungen wie etwa notwendige Handlungsressourcen der Patienten untersucht. Schließlich werden die Effekte analysiert, die mit der Technikimplementierung für die Mitarbeiter im Gesundheitswesen verbunden sind.

In einem quantitativen Survey werden übergreifende Fragestellungen zur Technikakzeptanz im medizinischen Bereich auf Seiten der Bevölkerung im Projektgebiet adressiert. In einer qualitativen Studie, wird die Zielgruppenspezifizität der PEPA-Nutzung analysiert und in einer anschließenden vertiefenden ethnografischen Feldphase die konkreten Transformations-chancen und -barrieren sowie die lebensweltliche Verankerung dieser Technik-implementation untersucht. Mittels Fokusgruppen werden Effekte des AMTS-gestützten Medikationsgesprächs auf die Gesundheitskompetenz und die Arzt-Patient-Beziehung im Zeitverlauf untersucht. Schließlich werden mögliche Deprofessionalisierungstendenzen durch die zunehmende Technisierung der Arzt-Patienten-Kommunikation in den Blick genommen.

Unsere Partner in der Sozialwissenschaftliche Begleitforschung:

Ansprechpartner:

Prof. Dr. Hans Joachim Salize
ZI – Zentralinstitut für Seelische Gesundheit,
AG Versorgungsforschung

hans-joachim.salize@zi-mannheim.de

Gesundheitsökonomische Begleitforschung (E2)

Hauptziel des Vorhabens ist die Bezifferung der direkten und indirekten (gesellschaftlichen) Kosten von neu erprobten Behandlungsmethoden und Versorgungsstrategien, sowie die Analyse der Kosteneffektivität dieser Versorgungsmethoden im Rahmen einer Serie von prospektiv randomisierten, kontrollierten Studien (RCTs). Die Analysen erfolgen in Kooperation mit und anhand von Probanden der Anwendungsprojekte P3, P5 und P7. Aus den gesundheitsökonomischen Ergebnissen werden konkrete Handlungs- und Entscheidungsempfehlungen für die die Versorgungsroutine abgeleitet.

Zunächst erfolgt eine Abstimmung mit den Entwicklungs- und Anwendungsprojekten zur Integration gesundheitsökonomischer Skalen und Messinstrumente in die Studien der Anwendungsprojekte. Anschließend werden mittels des Bottom-Up Ansatzes die Ressourcenverbräuche (Mengen) sowie klinische Outcomes und Nutzwerte für jeden Patienten in den diversen RCTs längsschnittlich erfasst. Die Ressourcenverbräuche werden mit in Anspruch genommenen Gesundheitsleistungen (Elementkosten) gewichtet, um patientenbezogene Kosten zu berechnen. Diese gehen in die statistischen Analysen zur Ermittlung der Kosteneffektivität und der Kosten pro qualitätsadjustiertem Lebensjahr ein.

Unser Partner in der Gesundheitsökonomische Begleitforschung: