Am 28. und 29. September 2015 fand an der UMIT in Hall in Tirol der 8. Wissenschaftliche Kongress für Informationstechnologie im Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich statt. Die traditionsreiche Tagungsreihe, die einst unter dem Titel „European Nursing Informatics“ ihren Anfang nahm, bot auch in diesem Jahr – umrahmt vom idyllischen Alpenpanorama – ein äußerst vielfältiges und umfangreiches Programm.

Auch das INFOPAT-Projekt durfte sich im Rahmen der Veranstaltung in verschiedenen Facetten präsentieren. Neben einem Beitrag zur Posterausstellung, durch den sich die Kongressbesucher einen Überblick über das Gesamtprojekt verschaffen konnten, wurden Teilaspekte aus drei Clustern in vier verschiedenen Fachvorträgen präsentiert und diskutiert. Martina Kamradt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung (AMV) am Universitätsklinikum Heidelberg, referierte zum einen über die „Implementierung einer praxisnetzbasierten, softwaregestützten Case Management Intervention am Beispiel von multimorbiden Patienten mit Diabetes mellitus Typ II“. Neben diesem Einblick in erste Ergebnisse aus dem INFOPAT-Cluster 3, informierte sie das Publikum in Vertretung für Stefan Nöst (AMV) zudem über das „Sektorenübergreifende Qualitätsmonitoring und Public Reporting durch Kombination von Patientenbefragungen und Routinedaten auf Basis einer patientenmoderierten elektronischen Patientenakte“, welches im Cluster 4 im Fokus steht.

Die persönliche, einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte (PEPA), die im Cluster 1 entwickelt wird, wurde von Sabrina Pohlmann, ebenfalls Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der AMV, hinsichtlich der allgemeinen Chancen und Herausforderungen von persönlichen Patientenakten thematisiert. Bestehende Erfahrungen aus anderen Ländern wurden auf Basis einer Literaturrecherche systematisiert und auf die Entwicklung der persönlichen Gesundheitsakte in Deutschland bezogen. Aline Kunz, die im selben Team tätig ist wie ihre Vorrednerinnen, gab einen Einblick in die Erfahrungen, die bislang im Rahmen der interprofessionellen Software-Entwicklung im Cluster 1 gemacht wurden. Unter dem Titel „‘Was meinen die denn mit GUI?‘ – Interprofessionelle Zusammenarbeit bei der Entwicklung nutzerorientierter Software-Lösungen“ wurde eine neu implementierte Arbeitsweise vorgestellt und die Auswirkungen beleuchtet.

Auch die Selbsthilfe Heidelberg/Mannheim, die ein enger Kooperationspartner der AMV ist und eine tragende Rolle im Rahmen von INFOPAT einnimmt, war auf dem ENI durch Christina Reiß vertreten. Sie stellte in ihrem Vortrag „Die Perspektiven ‚der Selbsthilfe‘ auf IT-Entwicklungsprojekte“ dar, wie wichtig der Aspekt der Patientenorientierung sowie eine frühzeitige Einbeziehung von Patientenbedürfnissen in den Entwicklungsprozess sind.

ENI 2015

Das INFOPAT-Team auf der ENI 2015 (v.l.n.r. A. Kunz, M. Kamradt, C. Reiß, S. Pohlmann)